Pflaster, Geraden und Wild
Ein zweites Brandenburg-Thema ist das historische Pflaster. In vielen Dörfern, an Gutshöfen und auf älteren Alleenabschnitten liegt noch Kopfsteinpflaster oder grobes Natursteinpflaster. Bei Nässe wird das spiegelglatt, und die Fugen lenken das Vorderrad ungewollt. Vor Pflasterpassagen gehört das Tempo deutlich herunter, das Motorrad möglichst aufrecht, und hartes Bremsen oder Beschleunigen auf dem Stein bleibt besser aus. Gefährlich sind vor allem die Übergänge: Wo glatter Asphalt in altes Pflaster übergeht, ändert sich der Grip schlagartig – ein häufiger Sturzgrund am Ortseingang kleiner Dörfer.
Die endlosen Geraden zwischen den Feldern sind die dritte Falle. Sie verleiten zum Schnellfahren und ermüden gleichzeitig, weil sich kaum etwas ändert. Regelmäßige Pausen helfen, bevor die Konzentration nachlässt. Die landwirtschaftliche Prägung bringt zudem eine Eigenheit mit sich: Auf vielen Nebenstraßen verlieren Traktoren und Erntemaschinen Erde, Stroh und Schmutz, und nach Regen wird daraus eine rutschige Schicht. In den waldreichen Regionen – Schorfheide, Märkische Schweiz, Uckermark, Fläming – ist außerdem mit Wildwechsel zu rechnen, besonders in der Dämmerung. Reh, Wildschwein und in den nördlichen Wäldern auch Rotwild queren ohne Vorwarnung. Wildwechselschilder stehen in der Mark nicht zur Dekoration – sie markieren tatsächliche Übergänge.
