Ganz im Süden der Niederlausitz, bei Klettwitz unweit von Senftenberg, liegt der Lausitzring — lange als EuroSpeedway Lausitz geführt, heute von der DEKRA als Test- und Technologiezentrum betrieben. Es ist eine der jüngeren großen Rennstrecken Deutschlands, angelegt als weites Tri-Oval nach amerikanischem Vorbild, in das mehrere kürzere Rundkurse für den klassischen Rundstrecken-Betrieb eingeschrieben sind. Für Motorradfahrer ist der Ring vor allem eines: ein Ziel, kein Streckenabschnitt.
Auf die Strecke kommt man nicht einfach so. Der Kurs ist kein öffentlicher Verkehrsweg, sondern abgesperrtes Gelände. Wer selbst fahren will, braucht einen organisierten Anlass — einen Trackday, ein Fahrsicherheitstraining oder eine Veranstaltung, die über den Betreiber oder externe Veranstalter läuft. Termine, Voraussetzungen und Anmeldung wechseln von Saison zu Saison und sind verlässlich nur direkt beim Betreiber zu bekommen, nicht aus zweiter Hand. Auf einer normalen Landstraßen-Tour taucht der Ring also nicht als befahrbare Passage auf, sondern als Programmpunkt, den man vorher bucht.
Die Anfahrt führt über die ruhigen Landstraßen der Niederlausitz, aus Richtung Senftenberg oder Finsterwalde. Rundherum liegt das Lausitzer Seenland mit seinen gefluteten Tagebauen und dem frisch gebauten Straßennetz — wer den Ring als Tagesziel nimmt, kombiniert ihn gut mit einer Runde durch diese junge Landschaft. Als Trainings- und Zuschaueradresse ist Klettwitz der einzige Ort im Land, an dem Motorsport auf professionellem Niveau stattfindet.