
Naturerlebnis Uckermark – Motorradtour zwischen Seen und Wäldern
Diese ausgedehnte Tagestour im Nordosten Brandenburgs bietet vieles. Kultur, Geschichte, kleine Städte, Schlösser und viele schöne Strecken durch die Natur.
Brandenburg
Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.
Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Diese ausgedehnte Tagestour im Nordosten Brandenburgs bietet vieles. Kultur, Geschichte, kleine Städte, Schlösser und viele schöne Strecken durch die Natur.

Tagesausflug von Berlin zur Oder: Eine abwechslungsreiche Route durch das Brandenburger Umland mit Natur, Geschichte und Sehenswürdigkeiten.

Allein schon die traumhaft schöne Landschaft und die darin eingepassten, kurvenreichen Sträßchen begeistern einfach nur. Außerdem bietet die Toskana des Nordens einiges an Sehenswertem, wie beispielsweise das Kloster Chorin aus dem 13…

Rund um Berlin gibt es echt viel zu sehen und so stehen gleich zwei erlebnisreiche Tage bevor.
Ganz im Süden der Niederlausitz, bei Klettwitz unweit von Senftenberg, liegt der Lausitzring — lange als EuroSpeedway Lausitz geführt, heute von der DEKRA als Test- und Technologiezentrum betrieben. Es ist eine der jüngeren großen Rennstrecken Deutschlands, angelegt als weites Tri-Oval nach amerikanischem Vorbild, in das mehrere kürzere Rundkurse für den klassischen Rundstrecken-Betrieb eingeschrieben sind. Für Motorradfahrer ist der Ring vor allem eines: ein Ziel, kein Streckenabschnitt.

Auf die Strecke kommt man nicht einfach so. Der Kurs ist kein öffentlicher Verkehrsweg, sondern abgesperrtes Gelände. Wer selbst fahren will, braucht einen organisierten Anlass — einen Trackday, ein Fahrsicherheitstraining oder eine Veranstaltung, die über den Betreiber oder externe Veranstalter läuft. Termine, Voraussetzungen und Anmeldung wechseln von Saison zu Saison und sind verlässlich nur direkt beim Betreiber zu bekommen, nicht aus zweiter Hand. Auf einer normalen Landstraßen-Tour taucht der Ring also nicht als befahrbare Passage auf, sondern als Programmpunkt, den man vorher bucht.
Die Anfahrt führt über die ruhigen Landstraßen der Niederlausitz, aus Richtung Senftenberg oder Finsterwalde. Rundherum liegt das Lausitzer Seenland mit seinen gefluteten Tagebauen und dem frisch gebauten Straßennetz — wer den Ring als Tagesziel nimmt, kombiniert ihn gut mit einer Runde durch diese junge Landschaft. Als Trainings- und Zuschaueradresse ist Klettwitz der einzige Ort im Land, an dem Motorsport auf professionellem Niveau stattfindet.
An der gesamten Ostkante Brandenburgs bilden Oder und Lausitzer Neiße die Grenze zu Polen, und anders als eine Bundesland-Grenze lässt sich diese Linie an vielen Stellen tatsächlich überqueren. Für eine Tour im Oderbruch oder in Ostbrandenburg ist der Abstecher ins Nachbarland eine der naheliegendsten Erweiterungen — die Landschaft setzt sich drüben nahtlos fort, das Verkehrsaufkommen bleibt gering.
Die wichtigsten Oder-Brücken liegen bei Frankfurt (Oder) hinüber ins direkt gegenüberliegende Słubice, weiter nördlich bei Küstrin-Kietz nach Kostrzyn und im Norden bei Schwedt Richtung Krajnik Dolny. Am südlichen Ende überspannt die Neiße bei Guben die Grenze in die Schwesterstadt Gubin. Alle diese Übergänge sind offene Straßenbrücken; feste Schlagbäume gibt es seit dem Schengen-Beitritt nicht mehr, stichprobenartige Grenzkontrollen sind aber jederzeit möglich.
Was für den Grenzgang ins Gepäck gehört:
Auch fahrerisch lohnt der Wechsel: Frankfurt (Oder) und Słubice bilden faktisch eine geteilte Doppelstadt, und die polnische Seite der Oder ist mit ihren Alleen und dünn befahrenen Landstraßen ein eigenes, weites Revier — eine Fortsetzung derselben Ebene, nur mit anderem Nummernschild vor der Nase.
Im Südosten des Landes fächert sich die Spree in den Spreewald auf, ein UNESCO-Biosphärenreservat aus einem Netz kleiner Wasserläufe, den Fließen. Fürs Motorrad ist die wichtigste Eigenheit schnell gesagt: Durch das eigentliche Labyrinth führt keine Straße. Die Fließe sind den flachen Kähnen vorbehalten, das Kerngebiet erschließt sich nur per Boot oder zu Fuß.
Gefahren wird deshalb außen herum, auf Landstraßen durch Erlenbruch und über kleine Brücken, mit den Toren Lübbenau, Lübben und dem weitläufigen Streuort Burg. Wer ins Innere will, stellt das Motorrad am Ortsrand ab und steigt um. Ein Teil der Dörfer ist bewusst kfz-arm bis autofrei — Lehde bei Lübbenau, ein historisches Kahndorf, erreicht man klassisch übers Wasser statt über eine Zufahrt. Das ist kein Umweg, sondern der Sinn des Ortes.
Als reines Fahrrevier taugt der Spreewald nicht — dafür ist er der gesetzte Zwischenstopp einer Südbrandenburg-Runde: das Motorrad parken, eine Kahnfahrt einlegen, sorbisch-wendische Küche und die bekannten Spreewaldgurken mitnehmen, danach weiter Richtung Cottbus oder ins Lausitzer Seenland. Der Reiz liegt hier im Anhalten, nicht im Durchfahren.
Lübbenau – Lübben – Burg (Spreewald) – Cottbus – Lübbenau, rund 110 km, etwa 3,5 Stunden reine Fahrzeit. Start in Lübbenau, Abstecher zu Fuß oder per Kahn nach Lehde, dann über die kleinen Straßen durch den Spreewald nach Lübben mit seinem Schloss und weiter in den weitläufigen Streuort Burg mit dem Bismarckturm. Von dort geht es nach Cottbus mit dem Branitzer Park und den Pückler-Pyramiden, ehe es über Landstraßen zurück nach Lübbenau rollt. Einkehr in einer Spreewaldgaststätte mit Gurken und Leinöl. Highlight: das Fließe-Labyrinth um Lehde und der Landschaftsgarten in Branitz an einem Tag.
Eberswalde – Niederfinow – Chorin – Werbellinsee – Templin – Eberswalde, rund 140 km, etwa 4 Stunden. Von Eberswalde zum Schiffshebewerk Niederfinow, weiter zum Kloster Chorin, dann durch die Wälder der Schorfheide am Westufer des Werbellinsees entlang bis ins beschauliche Templin, die „Perle der Uckermark" mit ihrer vollständig erhaltenen Stadtmauer. Zurück führt die Strecke durch ruhige Alleen nach Eberswalde. Einkehr in der Klosterschänke Chorin oder an einem der Strände des Werbellinsees. Highlight: der Blick auf das neue Hebewerk und die Backsteinfassade des Klosters am selben Tag.
Neuruppin – Rheinsberg – Stechlinsee – Neuruppin, rund 90 km, etwa 3 Stunden. Von der Fontanestadt Neuruppin am Ruppiner See durch die Wälder nach Rheinsberg mit Schloss und Tucholsky-Museum, weiter zum glasklaren Stechlinsee bei Neuglobsow und über die Seenkette zurück. Einkehr in Rheinsberg am Grienericksee mit Blick auf das Schloss. Highlight: das Schloss am Wasser und der Stechlin als klarster See der Region – ein kurzer Stopp am Ufer bei Neuglobsow lohnt sich besonders.
Buckow – Müncheberg – Seelow – Oderbruch – Bad Freienwalde – Buckow, rund 120 km, etwa 3,5 Stunden. Von Buckow durch die hügelige Märkische Schweiz über Müncheberg hinaus ins weite Oderbruch, vorbei an Seelow und den Deichstraßen entlang der Oder bis ins waldreiche Bad Freienwalde mit seinem klassizistischen Schloss und zurück über die Höhen am Bruchrand. Einkehr in Buckow am Schermützelsee. Highlight: der Kontrast zwischen den Schluchten der Märkischen Schweiz und der niederländisch anmutenden Ebene des Oderbruchs.
Potsdam – Werder (Havel) – Brandenburg an der Havel – Bad Belzig – Potsdam, rund 150 km, etwa 4 Stunden. Von Potsdam mit Sanssouci über das Obstland Werder mit seiner Inselaltstadt in die dreitürmige Backsteinstadt Brandenburg an der Havel mit Dom und Altstadtinsel, weiter in den hügeligen Fläming nach Bad Belzig mit der Burg Eisenhardt und über kurvige Höhenstraßen zurück. Einkehr in Werder oder am Havelufer. Highlight: Welterbe-Schloss, Havellandschaft und die längsten Kurvenstücke der Mark an einem Tag.
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